Die Idee der Staudenwiese ist es, mit mehrjährigen Gräsern und Stauden eine Wiesenästhetik zu schaffen. Die lebhafte und kraftvolle Stimmung einer Wildstaudenwiese, der am meisten geliebten Naturlandschaft.

Ordnung im Chaos

Stauden und Gräser der gleichen Art werden in großer Zahl über die gesamte Fläche wiederholt verwendet. Die Mischung enthält nicht mehr als 20 verschiedene Arten. Die Verteilung ist nur scheinbar willkürlich.

Die Grundstruktur einer Staudenwiese bildet eine Matrix mit zwei Hauptgräsern, die schon ein Drittel der Fläche belegen. Zwischen den Gräsern in großer Menge verteilt, prägt eine Blütenstaude das Erscheinungsbild der Mischung im Sommer.  


Schichten und Wellen

Aus der Grundstruktur wachsen zeitlich aufeinanderfolgend blühende Stauden heraus und erzeugen im Jahresverlauf wechselnde Strukturen und Farbkombinationen. Zuerst planen wir die strukturgebenden Schichten und anschließend die darauf abgestimmten Farb-Wellen. Die nachfolgende Schicht wächst mit höheren Stauden immer aus der vorigen Schicht heraus. Wenn das Wachstum nachlässt, kommt die Herbstfärbung der Stauden und der Winteraspekt von Samenständen zur Geltung.

SchichtenWellen
FrühlingGräser- und BlattstrukturenFrisches Grün und Grüngelb
FrühsommerViele kleine BlütenViolett- und Blautöne, kombiniert mit einzelnen Farbkleksen
SommerBlühende Gräser und zahlreiche SommerstaudenHelle und sanfte Farbtöne kombiniert mit wenigen intensiven Blütenfarben
SpätsommerKleine Blütenköpfe mit unterschiedlichen Formen erscheinen über den GräsernKräftige Farben
HerbstfarbenBis auf einzelne Spätblühende lässt das Wachstum nachStiele und Blätter verfärben sich in Gelb-, Orange- und Rottönen
WinteraspektSamenstände von Stauden stehen mit attraktiven Wintersilhouetten zwischen den GräsernGold- und Brauntöne, gelegentlich im Frühnebel oder mit Raureif an kalten Wintermorgen

Pflanzenauswahl

Standortbedingungen

Auf der Staudenwiese ist es sonnig und im Sommer manchmal wochenlang trocken. Die Gräser und Stauden müssen die Trockenheit ohne Gießen aushalten.

Konkurrenzdruck

Pflanzkombinationen funktionieren nicht, wenn eine oder zwei Pflanzen alle anderen verdrängen und dominieren. Die ausgewählten Pflanzen müssen ohne ständige Pflege nebeneinander bestehen können.

In Bezug auf Wachstum und Vermehrung müssen drei Haupttypen beachtet werden:

  • Horstig wachsende Pflanzen bleiben in der Regel an der gleichen Stelle und bilden kompakte Horste, die natürlich im Laufe der Zeit auch größer werden können
  • Ausläufer treibende Pflanzen sind stark dominierende Typen, die immer mehr Platz einnehmen, indem sie benachbarte Gebiete durch Ausläufer besiedeln
  • Durch Samen können sich einige Pflanzen auch sehr stark ausbreiten

Wir verwenden hier hauptsächlich horstig wachsende, mehrjährige Gräser und Stauden.

Auswahlkriterien

Stauden sind winterhart, robust und insektenfreundlich. Wir achten auf standfeste Sorten, deren Blütenstände auch im Winter noch attraktiv aussehen. Für die geplanten Schichten und Wellen werden Stauden mit entsprechender Blütenform und -farbe, Blütezeit und Höhe ausgewählt.

Pflege

Erst im zeitigen Frühjahr erfolgt der Rückschnitt aller Stauden und Gräser knapp über dem Boden. Zu große Horste werden etwas reduziert. Genauso werden starke Ausläufer entfernt. Zwischen den Stauden werden Unkräuter und Staudensämlinge entfernt. Dann sind die Beete für den neuen Austrieb bereit. Im Frühling gehen wir noch mal durch die Beete und entfernen neu ausgetriebene Unkräuter.