Die Idee der Staudenwiese ist es, mit mehrjährigen Gräsern und Stauden, das gesteigerte Erlebnis einer Wiesenstimmung zu gestalten. Ähnlich der dynamischen und natürlichen Ausstrahlung einer Wildstaudenwiese.

Gestaltung

Ganzjährig attraktiv

Sehr früh im Jahr startet die Staudenwiese mit frischen, vielfältigen Gräser- und Blattstrukturen. Mit dem Jahresverlauf folgen immer neue Blütenfarben und -formen. Im Sommer ist die Wiesenstimmung besonders intensiv. Die Leichtigkeit der Gräser bringt im Herbst etwas mehr Ruhe und Harmonie. Etwas später leuchten die Herbstfarben in der warmen Septembersonne. Mit Raureif überzogene Gräser und Samenstände der Stauden erzeugen noch lange spannende Winterbilder.

Ordnung im Chaos

Stauden und Gräser der gleichen Art werden in großer Zahl über die gesamte Fläche wiederholt verwendet. Die Mischung enthält nicht mehr als 15 verschiedene Arten. Die Verteilung wirkt scheinbar willkürlich.

Die Grundstruktur einer Staudenwiese bildet eine Matrix mit zwei Hauptgräsern, die schon ein Drittel der Fläche belegen. Zwischen den Gräsern prägt eine Blütenstaude in großer Menge verteilt das Erscheinungsbild der Mischung im Sommer.

Schichten und Farbwellen

Aus der Grundstruktur wachsen zeitlich aufeinanderfolgend blühende Stauden heraus und erzeugen im Jahresverlauf wechselnde Strukturen und Farbkombinationen. Es blühen am besten immer nur drei bis fünf Stauden gleichzeitig.

Zuerst planen wir die strukturgebenden Schichten und anschließend die darauf abgestimmten Farbwellen. Die nachfolgende Schicht wächst mit höheren Stauden immer aus der vorherigen Schicht heraus. Wenn das Wachstum nachlässt, kommt die Herbstfärbung der Stauden und der Winteraspekt von Samenständen zur Geltung.

SchichtenFarbwellen
FrühlingGräser- und BlattstrukturenFrisches Grün und Grüngelb
FrühsommerZahlreiche kleinere BlütenHauptsächlich Violett- und Blautöne, ergänzt mit einzelnen Farbkleksen
SommerBlühende Gräser und hauptsächlich eine Blütenstaude in großer MengeHelle und sanfte Farbtöne kombiniert mit wenigen intensiven Blütenfarben
SpätsommerSchwebende Blütenköpfe mit unterschiedlichen Formen erscheinen über den GräsernKräftige Farben oder interessante Formen
HerbstfarbenBis auf einzelne Spätblühende lässt das Wachstum nachStiele und Blätter verfärben sich in Gelb-, Orange- und Rottönen
WinteraspektSamenstände von Stauden stehen mit attraktiven Wintersilhouetten zwischen den GräsernGold- und Brauntöne, gelegentlich im Frühnebel oder mit Raureif an kalten Wintermorgen

Pflanzenauswahl

Standortbedingungen

Auf der Staudenwiese ist es sonnig und im Sommer manchmal wochenlang trocken. Die Gräser und Stauden müssen die Trockenheit ohne Gießen aushalten.

Konkurrenzdruck

Pflanzkombinationen funktionieren nicht, wenn eine oder zwei Pflanzen alle anderen verdrängen und dominieren. Die ausgewählten Pflanzen müssen ohne ständige Pflege nebeneinander bestehen können.

In Bezug auf Wachstum und Vermehrung müssen drei Haupttypen beachtet werden:

  • Horstig wachsende Pflanzen bleiben in der Regel an der gleichen Stelle und bilden kompakte Horste, die natürlich im Laufe der Zeit auch größer werden können
  • Ausläufer treibende Pflanzen sind stark dominierende Typen, die immer mehr Platz einnehmen, indem sie benachbarte Gebiete durch Ausläufer besiedeln
  • Durch Samen können sich einige Pflanzen auch sehr stark ausbreiten

Wir verwenden hier hauptsächlich horstig wachsende, mehrjährige Gräser und Stauden.

Auswahlkriterien

Stauden sind winterhart, robust und insektenfreundlich. Wir achten auf standfeste Sorten, deren Blütenstände auch im Winter noch attraktiv aussehen. Für die geplanten Schichten und Wellen werden Stauden mit entsprechender Blütenform und -farbe, Blütezeit und Höhe ausgewählt.

Pflege

Erst im zeitigen Frühjahr erfolgt der Rückschnitt aller Stauden und Gräser knapp über dem Boden. Zu große Horste werden etwas reduziert. Genauso werden starke Ausläufer entfernt. Zwischen den Stauden werden Unkräuter und Staudensämlinge entfernt. Dann sind die Beete für den neuen Austrieb bereit. Im Frühling gehen wir noch mal durch die Beete und entfernen neu ausgetriebene Unkräuter.